Im Winter 2020/21 erstellen Fachleute im Auftrag der Kantonsarchäologie ein neues Pfahlbauhaus am Hallwilersee in Seengen. An dieser Stelle, am Seeweg unweit des Männerbades, stand bis im Herbst 2020 ein Pfahlbauhaus aus dem Jahre 1988. Dieses ist im Laufe der Zeit über einen Meter in den Boden eingesunken. Die Bausubstanz war soweit angegriffen, dass das Haus nicht mehr zu retten war. Deshalb beschloss die Kantonsarchäologie Aargau, in Kooperation mit der Gemeinde Seengen, dem Museum Burghalde Lenzburg und den Rotary-Clubs Lenzburg und Lenzburg-Seetal, an derselben Stelle einen Ersatzbau zu errichten.
Das neue Pfahlbauhaus orientiert sich an den archäologischen Befunden der Fundstelle Seengen-Riesi, die in Sichtweite liegt. Die Historische Vereinigung Seetal hat 1923 unter Reinhold Bosch die Fundstelle untersucht und brachte hervorragend erhaltene Holzkonstruktionen zutage.
Das neue Pfahlbauhaus verweist auf die heute unsichtbare Fundstelle Seengen-Riesi, die zusammen mit Beinwil-Ägelmoos zum UNESCO-Welterbe im Kanton Aargau gehört. Weitere digitale Vermittlungselemente werden derzeit erarbeitet. Voraussichtlich im Sommer soll das Pfahlbauhaus eingeweiht werden.

 

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Die Zutaten für den Pfahlbau-Gerstotto gibt es bei uns seit der Jungsteinzeit © PalaFitFood

PalaFitFood

Kochen wie die Pfahlbauer*innen – Der Foodblog zum 10-jährigen Pfahlbaujubiläum

Was wurde in den Pfahlbaudörfern gegessen und wie wurde damals gekocht? Unter dem Motto „Wissenschaft, die durch den Magen geht“ bietet der Foodblog PalaFitfood nicht nur harte Fakten aus der Pfahlbauarchäologie, sondern auch Rezeptvorschläge und Challenges für alle, die gerne kochen und essen.

PalaFitFood – Wissenschaft, die durch den Magen geht!

Kochen mit regionalen und saisonalen Produkten – was kann ich essen und wie bereite ich es zu? Diese Fragen sind Jahrtausende alt und zugleich brandaktuell. Die Archäologie verfügt über viele Detailkenntnisse zum Thema Essen und Ernährung in der Jungsteinzeit und Bronzezeit, weil die Erhaltungsbedingungen in den Pfahlbau-Fundstellen durch den Luftabschluss unter Wasser oder im Moor exzellent sind. Dieses Wissen wird im Foodblog PalaFitFood allgemeinverständlich und kurzweilig präsentiert. Harte wissenschaftliche Fakten werden zu leicht verdaulicher Kost. Rezeptvorschläge und Challenges laden Kochbegeisterte, Grillmeister, Feinschmecker, Archäologiefans, Kulturinteressierte und alle, die gerne kochen und essen, zum Mitmachen und Experimentieren ein.

App pastZurich

Tauchen Sie mit «pastZurich» ein in die Welt der Pfahlbauten auf dem Sechseläutenplatz
 


Mit der App «pastZurich» können Sie dank Augmented Reality (AR) in die Pfahlbauten eintauchen, die vor 5000 Jahren beim heutigen Sechseläutenplatz in Zürich standen. Das Outdoor Erlebnis ist interaktiv: Entdecken Sie das UNESCO-Weltkulturerbe «Pfahlbauten um die Alpen» in Lebensgrösse und bewegen Sie sich durch die einstige Welt der PfahlbauerInnen.
 
 

Kurzfilm zur App «pastZurich»

Publikation der Erkenntnisse zum Pfahlbau Beinwil-Ägelmoos

Eine frühbronzezeitliche Tasse zeigt, wie gut die Keramik in Beinwil-Ägelmoos erhalten ist © Kantonsarchäologie Aargau

 

Die gut erhaltene Fundstelle Beinwil-Ägelmoos soll für die Nachwelt erhalten bleiben. Daher fanden bisher keine Ausgrabungen statt. Die Überreste wurden mit Geotextil und Kies geschützt. Die von der Oberfläche geborgenen Funde und Bauhölzer sowie die botanischen Reste liefern aber zahlreiche neue Erkenntnisse

Beinwil-Ägelmoos wurde erst 1996 entdeckt. Hier hatten Pfahlbauten auf einer nur 50 x 30 m grossen Insel direkt vor dem Ufer des Hallwilerseesgestanden. Freigespülte Keramik und Bauhölzer zeigten, dass die Fundstelle stark erodierte. Bevor die Oberfläche durch Geotextil und Kies geschützt wurde, sammelten Taucher die Funde von der Oberfläche ab und kappten vorstehende Hölzer. Aus einer Abbruchkante wurde ein botanisches Profil geborgen. Die Auswertung dieser wenigen Funde belegt mindestens 5 Siedlungsphasen. Sie reichen vom 5. Jt v. Chr. bis in die Spätbronzezeit um 1000 v. Chr. Archäologische Funde und botanische Reste stammen überwiegend aus der Frühbronzezeit. Sie datieren zwischen 1880 und 1620 v. Chr. Damit liefern sie wichtige neue Erkenntnisse zu einem Zeitabschnitt, aus dem nur wenige Pfahlbauten bekannt sind.

 

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