CH-NW-01

Erosionskontrolle 2016: Ein Taucher nimmt die Messwerte an einem Erosionsmarker auf © Amt für Städtebau, Unterwasserarchäologie Zürich

  Stansstad  |     Kehrsiten

Kurzbeschreibung

Es handelt sich um die erste im Vierwaldstättersee entdeckte Pfahlbaufundstelle. Die Beobachtungen von 2003 und 2004 sowie die Tauchgrabung von 2008 haben gezeigt, dass hier vier Zeitabschnitte der Jungsteinzeit belegt sind: die Cortaillod- und die Pfyner Kultur, der Übergang von Pfyn zu Horgen und die Horgener Kultur. Die an den Pfählen gewonnenen dendrochronologischen Daten liegen in einem Zeitraum zwischen 3484 und 3431 sowie um 3160 v. Chr. Die Fundstelle liegt auf einer Unterwasser-Terrasse von rund 60 m Breite und 200 m Länge, die heute ungefähr 7 m unter Wasser liegt. Diese ungewöhnliche Tiefenlage ist durch einen Anstieg des Seespiegels nach der prähistorischen Zeit begründet. Die Schichten und das archäologische Fundmaterial sind dadurch sehr gut erhalten.

© GSK 2017

Jungsteinzeit

4300 – 3170 v. Chr.

Vierwaldstättersee

426 m.ü.N.N.

Größe Fundstelle 1,26 ha / ca. 2 Fussballfelder

Größe Pufferzone 5,14 ha / ca. 7 Fussballfelder

Besonderheiten & Highlights
Die Siedlungen standen einst auf einer Uferplatte, die sich mindestens 60m in den See hinaus erstreckt hatte. Durch den Anstieg des Seepegels im Laufe der Jahrtausende "verschwanden" die Siedlungsreste allmählich und liegen heute fünf bis neun Meter unter Wasser.

Teil eines Hutes aus Lindenbast nach der Konservierung © Amt für Städtebau, Unterwasserarchäologie Zürich

Aktuelle Aktivitäten
Periodisch findet Erosionsmonitoring statt.

Pfahlbauten hautnah
Beim Schiffssteg Kehrsiten gibt es eine Infotafel mit Fernrohr zur Fundstelle.