CH-NE-02
Gorgier, | Les Argilliez
Kurzbeschreibung
Diese weitläufige Seeufersiedlung, die in einer kleinen Bucht erhalten geblieben ist, wurde nicht ausgegraben. Das Pfahlfeld mit fast 5000 Pfählen ist vollständig unter Wasser und reicht bis zum heutigen Ufer. Es wurde erstmals 1909 erwähnt. Abgesehen von den Pfählen, die aus dem Seeboden herausragen, ist die Fundstelle durch einen Kieshügel (Tenevière) gekennzeichnet, der zahlreiche archäologische Objekte enthält, darunter polierte Steinäxte, Werkzeugschäfte aus Hirschgeweih, Fragmente grober Keramik usw. Die dendrochronologische Datierung von acht Holzproben scheint auf zwei aufeinanderfolgende Besiedlungen in der mittleren Jungsteinzeit hinzudeuten, die erste in der klassischen Cortaillod-Kultur zwischen 3841 und 3817 v. Chr., die zweite in der späten Cortaillod-Kultur zwischen 3531 und 3528 v. Chr. Im Jahr 2015 ergab eine systematische topografische Vermessung der an der Oberfläche sichtbaren Pfähle, dass die Ausdehnung der Fundstelle viel grösser ist als zuvor angenommen. So wurden 4834 Pfähle auf einer Fläche von 7000 m² gezählt. Der unterschiedliche Erhaltungszustand der Pfähle lässt auf eine Besiedlung im klassischen Cortaillod im Osten und im späten Cortaillod im Westen schliessen, da diese besser vor Erosion geschützt waren.
Besonderheiten & Highlights
Fünf weitere kleine neolithische Fundstellen sind ebenfalls am Ufer der Gemeinde Gorgier südwestlich von Les Argilliez bekannt. Sie sind weniger gut erhalten, da sie teilweise oder vollständig auf festem Boden liegen.
Pfahlbauten hautnah
Die Funde der Gemeinde von Gorgier werden im Laténium aufbewahrt.
Laténium, parc et musée d’archéologie
Espace Paul Vouga
2068 Hauterive
+41 32 889 69 10
latenium@ne.ch
zur Webseite
Jungsteinzeit
Mittelneolithikum, klassisches und spätes Cortaillod
Neuenburgersee
429 m.ü.N.N.
Größe Fundstelle:
1,32 ha / ca. 2 Fussballfelder
Größe Pufferzone:
1,20 ha / ca. 1-2 Fussballfelder